Ausgabe 2: Compliance-Pädagogik für Profis

Eine der wichtigsten Aufgaben der Corporate Compliance ist es, die Mitarbeiter im Unternehmen zu Compliance-Themen zu schulen. Das ist der beste Weg, ihnen bewusst zu machen, welche Verhaltensweisen falsch sind und dem Unternehmen schaden können. Gleichzeitig muss man die Mitarbeiter auch befähigen, sich richtig zu verhalten, ganz besonders in Graubereichen. Wenn aber den Schulungen eine so große Bedeutung zukommt, dann wäre es nur konsequent, sie sorgfältig zu planen – vor allem sich um die eigenen Schulungsmethoden viele Gedanken zu machen und sich ständig zu verbessern. Allerdings offenbart die aktuelle Fremdbildstudie des Berufsverbandes der Compliance Manager (BCM), bei der Führungskräfte ihre Sicht auf Compliance äußern konnten, dass gerade die Compliance-Schulungen nicht so gut abschneiden. Weil das Thema allerdings so wichtig ist, haben wir der guten Compliance-Pädagogik unsere Titelstory gewidmet.
 
Ein zweites wichtiges Compliance-Thema sind die Kartelle. So gut wie jeder Compliance Officer beschäftigt sich damit. Aber haben Sie sich schon die Frage gestellt, warum es trotz intensiven Anti-Kartell-Schulungen weiterhin Kartelle gibt? Und sitzen die bösen Kartell-Brüder wirklich immer nur im Vertrieb? In unserem Special haben wir die Kartellfälle der vergangenen zehn Jahre ausgewertet. Es handelt sich dabei um die Fälle, in denen das Bundeskartellamt Bußgelder verhängt hat. Wir wollten schauen, welche Unternehmens-Hierarchieebene beteiligt war, wie die Kartelle strukturiert waren, wie lange sie hielten und wie sie dennoch aufflogen. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Analyse bei Ihrer Anti-Kartell-Arbeit helfen wird. Denn schließlich kann man erst wirksame Maßnahmen gegen bestimmte Dinge ergreifen, wenn man einen guten Überblick hat.
 
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und eine Überraschung!
 
Ihre
Irina Jäkel
Editor in Chief