Ausgabe 25: Digitalisierung

Es ist Ende Dezember 2020, dieses merkwürdige Corona-Jahr geht zu Ende. Ein Grund zur Freude. Allerdings haben alle Dinge und Geschehnisse immer zwei Seiten: eine schlechte und eine gute. Ja, selbst eine sehr negative Situation hat immer auch eine positive Seite (außer wenn es mit dem Tod zu tun hat. Das ist dann einseitig negativ). Auf diese positiven Seiten müssen wir uns konzentrieren. Das sage ich Ihnen nicht einfach so, um den Anfang möglichst philosophisch zu gestalten. Das ist mein persönliches Lebensmotto. Für mich selbst war das Jahr 2020 sehr schwer – ich konzentriere mich aber nur auf das Positive, was mir das Jahr gebracht hat. Und das war viel!

Also, was hat das Jahr 2020 so an positiven Dingen für Compliance gebracht? Da wir hier nicht in eine individuelle Aufzählung gehen können, nehmen wir die Vogelperspektive ein: Es hat uns gelehrt, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, unsere eingefahrenen Konzepte und das Vorgehen zu überdenken, neue Rollen zu versuchen. Es hat uns gezwungen, unsere Strategie zu ändern, falls wir eine hatten – und wenn nicht, dann hat es uns gezwungen, über Strategien nachzudenken. Es hat vielen Compliance Managern neue Rollen beschert, die Anerkennung und Wertschätzung gebracht haben. Für diejenigen, die durch die Pandemie plötzlich im Abseits standen, hat das Jahr eine wichtige Erkenntnis gebracht: Das Jahr hat offengelegt, was man in ihrem Unternehmen tatsächlich von Compliance hält. Das bringt doch neue Möglichkeiten, wie man es ändern kann. Vorausgesetzt, man schmollt deswegen nicht, verkriecht sich deswegen nicht in eine Ecke und stellt nicht den schweigenden Vorwurf dar.

Wir Menschen sind faul. Wir würden nichts ändern, wenn wir nicht dazu gezwungen würden. Denn für Veränderungen muss man ja aktiv werden ... Es musste eine Pandemie kommen, die uns dazu zwingt, unser Handeln zu hinterfragen und unsere Gehirnzellen in Bewegung zu setzen, damit sich etwas ändert.

Ein Beispiel: Wie viele von Ihnen konnten denn wirklich zuvor den Arbeitgeber fragen, ob man nicht wenigstens teilweise von zu Hause arbeiten könnte? Keiner. Unvorstellbar wäre das. Und siehe da, im Jahr 2020 geht das alles plötzlich. Wenn man nicht gerade eine Kinderbande zu Hause sitzen hat, die ebenfalls in „Quarantäne“ weilt, ist es doch eine nette Sache. Man muss natürlich nicht zu 100 Prozent ohne menschliche Kontakte eingesperrt sein. Aber als Abwechslung … Und warum geht das alles? Weil die Pandemie die Unternehmen gezwungen hat, zu digitalisieren. Und Sie werden sehen: Wenn Ihr Unternehmen digitalisiert, dann muss auch Ihre Compliance-Abteilung folgen. Wir können natürlich viel Zeit mit dem Jammern verschwenden, was doch die Digitalisierung alles an RISIKEN bringt. Oder wir können in die Offensive übergehen und schauen, welche Möglichkeiten uns die Digitalisierung bringt – ohne die Risiken aus den Augen zu verlieren. Das sind zwei ganz verschiedene innere Einstellungen, die den Unterschied machen. Wie man da vorgehen könnte? – Schauen Sie doch mal in die Titelstory rein.

Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr 2021 viel Kraft, Weiterentwicklung und interessante menschliche Kontakte (hoffentlich …).

Ihre

Irina Jäkel

Editor in Chief

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