Ausgabe 4: Wer bin ich?

Tatsächlich, an der Akzeptanz müssen Sie noch arbeiten, zum Beispiel indem Sie den Nutzen von Compliance für das Unternehmen viel stärker aufzeigen, sich besser verkaufen. Oder wie es ein uns allen bekannter PwC-Berater zu mir sagte: „Die Compliance Officer müssen den Vorständen schon zeigen, dass man ihnen ihren A… gerettet hat.“ Da ist was dran.

Wie dem auch sei, der Beruf des Compliance Managers ist „alt“ genug, um über sein Profilbild ein Special zu schreiben. Herausgekommen ist ein durchaus klares Porträt des Berufes Compliance Manager – mit allen seinen wunderbaren und wenig schmeichelhaften Seiten. Schauen Sie nur, was Sie in diesen zehn Jahren alles erreicht haben! Ich begleite Sie mit meinen journalistischen Recherchen seit sieben Jahren und kann Ihnen bestätigen: Sie haben auf dem Niveau der größeren Unternehmen einen sehr hohen Professionalisierungsgrad erreicht und viele Entwicklungen gehen in die richtige Richtung.

ABER: Die Sache mit „Compliance Officer ist nur ein Berater“ – das müssen Sie noch überdenken. Warum Sie sich darauf zurückziehen, ist klar – die Haftungsfrage. Liebe Compliance Officer, dieses vermeintliche „Haftungsproblem“ klärt Ihnen keiner – außer Sie selbst. Ihre Berufskaste besteht zu 95 Prozent aus Juristen. Und wer, wenn nicht die Juristen, sind Meister darin, unklare Dinge vertraglich klar zu regeln? Dann machen Sie es doch! Und sehen Sie es mal aus dem Blickwinkel der Vorstände: Würden Sie als Unternehmenslenker wollen, dass die Mitarbeiter ständig beteuern: „Ich bin hier übrigens nur ein Berater…“? Sie sind auch Mitgestalter. Nicht diejenigen, die im Unternehmen entscheiden. Aber letztendlich tut das doch nur die Geschäftsleitung und der Rest entscheidet in seinem Verantwortungsbereich. Und das tun Sie bei Ihrem CMS doch auch, oder?

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Ihre
Irina Jäkel
Editor in Chief