Dr. Philipp Johst wird Leiter der Fachgruppe "Export Compliance"

Dr. Philipp Johst, Senior Compliance Counsel bei der Deutschen Lufthansa - Kurzvita:

Dr. Philipp Johst hat an der Universität Münster studiert und dort am Lehrstuhl von Herrn Professor Wolffgang zu einem zollrechtlichen Thema promoviert. Als Student hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der damals noch relativ jungen Aussenwirtschafts-Akademie (AWA) gearbeitet, die Seminare zu zollrechtlichen und vor allem exportkontrollrechtlichen Themen anbietet. Nach seinem Referendariat am HansOLG Hamburg fing er 2011 bei der Lufthansa Technik AG im Bereich der Exportkontrolle an, wo er ein Projekt zur Implementierung des US-Rechts betreut hat. Seit 2013 arbeitet er im Compliance Office der Lufthansa AG und ist für den Bereich Competition und Embargo Compliance zuständig. Seit Anfang 2014 ist er Mitglied im BCM.

 

Beweggründe:

„Ich halte eine Fachgruppe, die sich schwerpunktmäßig den Themen Export und Sanktionen widmet für sehr sinnvoll. Dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich ebenso wie die drakonischen Bußgelder und Strafzahlungen in den letzten Jahren deutlich gewachsen sind, ist gemeinhin bekannt. In vielen Industrie- und Technikunternehmen hat sich der Bereich Export­kontrolle traditionell an den bereits länger etablierten Zollbereich als Annex angeschlossen und in der Folge je nach Spezialisierung des Unternehmens als eigenständiger Bereich etabliert. In der unternehmerischen Wahrnehmung war es lange ein Bereich, der stärker in der logistischen Abwicklung von Auslandsgeschäft verortet wurde, als dass es auf dem Radar einer Rechtsabteilung aufgetaucht wäre. Dort hat sich aber vielfach Compliance als eigenständige Disziplin entwickelt und Export gehörte hier lang Zeit nicht dazu. Hochspezialisierte Technikunternehmen ebenso wie die Rüstungsindustrie, haben hier schon lange hochspezialisierte Teams, die die regulatorischen Anforde­rungen adäquat umsetzen können. Ob sich diese dabei als Compliance-Abteilung verstehen, ist dabei meist irrelevant.

Jüngere Entwicklungen der letzten Jahre haben aber vor allem gezeigt dass auch neben oben genannten Industrien auch kleinere und mittelständische Unternehmen, ebenso wie große  Dienstleistungsunternehmen gefordert sind. Den anders als die Qualifizierung als „gefährliches“ Gut oder Technologie im Sinne der eigentlichen Exportkontrolle, resultiert heute die größte Komplexität und Anforderung in diesem Bereich aus länderspezifischen bzw. personen- und unternehmens­bezogenen Sanktionen, die von allen Wirtschaftsbeteiligten unterschiedslos zu befolgen sind. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ich eine Speditionsleistung im grenzüberschreitenden Waren­verkehr anbiete, im Inland Gelder und wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung stelle, Technologie verkaufe, oder einfach Kabel, Fahrwerke o.ä. ins Ausland verkaufe. In sämtlichen Unternehmen, die über keine spezialisierte Exportkontrolle verfügen, ist der Compliance Officer als „Mädchen für alles“ Regulatorische zuständig. Insofern, sehe ich gegenwärtig und für die Zukunft einen steigenden Bedarf und Rat und Austausch in diesem Bereich.“

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