Presseschau vom 23. Oktober 2013

La-Liana / pixelio.de
Deutsche Bank verhört 50 Mitarbeiter

Wie HANDELSBLATT ONLINE berichtet, sollen in der Affäre um manipulierte Referenzzinsen rund 50 Mitarbeiter der Deutschen Bank intern befragt werden. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin erforsche nun auch die Frage, wie die mutmaßlichen Tricksereien bei der Deutschen Bank genau von statten gehen konnten und habe bereits mehr als eine Handvoll Händler und andere Mitarbeiter des Instituts befragt, heißt es an anderer Stelle.

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Unternehmen
Ombudsmann für Aldi

Weil bei Aldi Süd Betriebsräte fehlen, setzt der Discounter nach dem Missbrauchsskandal nun einen Ombudsmann ein, berichtet MANAGER MAGAZIN ONLINE. Aldi-Mitarbeiter hatten ungeliebte Kollegen gefesselt und misshandelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit.     

Unternehmen
Gabi Eder / pixelio.de
Arbeitsbedingungen bei Zalando in der Kritik

Laut Mitarbeitern protokolliere der Online-Händler Zalando das Arbeitstempo der Angestellten. Außerdem sei Sitzen während der Arbeit verboten. Zalando dementiert, schreibt WIRTSCHAFTSWOCHE ONLINE. 

Unternehmen
Hypo Group Alpe Adria Gebäude © JJ55 by commons.wikimedia.org
Hypo Group Alpe Adria: „Größter Kriminalfall Europas“

Der Fall der Hypo Group Alpe Adria ist nach den Worten des internen Chefermittlers Christian Böhler "der größte Kriminalfall Europas nach dem Zweiten Weltkrieg". Böhler hält die Klagenfurter Skandalbank laut SPIEGEL ONLINE gar für einen Hort des organisierten Verbrechens – sie habe mit Schwerstkriminellen, Geheimdienstlern und bestechlichen Politikern kooperiert.

Das neue Versandszentrum von Amazon.de in Leipzig © Medien-gbr commons.wikimedia.org
Bundeskartellamt knöpft sich Internetanbieter vor

Amazon, das Reiseportal HRS, Adidas und Asics. Immer wieder geht es um strittige Preisklauseln, die den Wettbewerb behindern. Das Kartellamt wirft seit einiger Zeit ein besonderes Augenmerk auf deren Geschäftsgebaren im Internet und geht vehement gegen mögliche Wettbewerbsverstöße vor. Die Kartellbehörde drängt nun auf Änderungen in Amazons AGB, schreibt die SÜDDEUTSCHE ONLINE. 

Unternehmen
© KaKathyJeanthyJean commons.wikimedia.org
Puma beendet Zusammenarbeit mit Südafrikas SAFA

Der Sportartikelhersteller Puma will nach mutmaßlichen Spielmanipulationen nicht mehr Ausstatter des südafrikanischen Fußballverbands SAFA sein. Laut HANDELSBLATT ONLINE teilten die Franken vergangenen Donnerstag mit, dass nach Vorwürfen von Spielabsprachen gegen die SAFA und unangemessenen Reaktionen aus dem Verband Puma den Vertrag mit sofortiger Wirkung beendet habe. 

International
La-Liana / pixelio.de
USA: Commerzbank wird geprüft

Die Commerzbank und ihre US-Tochter sind aufgefordert worden, sich einer unabhängigen Überprüfung zu unterziehen. Dies habe die Federal Reserve (Fed) am Donnerstag in Washington mitgeteilt, so HANDELSBLATT ONLINE. Dadurch solle geklärt werden, ob sich die Bank zwischen Mai und Oktober 2012 an US-Vorschriften zur Meldung "verdächtiger Aktivitäten" gehalten habe.

Gesetze & Urteile
w.r.wagner / pixelio.de
Geschirr-Kartell zu Millionenbuße verurteilt

Das Bundeskartellamt hat gegen Geschirrhersteller ein Bußgeld von knapp einer Million Euro verhängt. Laut der THÜRINGER ALLGEMEINEN ONLINE hätten die Unternehmen zusammen mit dem Interessenverband der Branche unter anderem Preiserhöhungen abgesprochen. Die Porzellanfabrik Christian Seltmann, die Kahla/Thüringen Porzellan GmbH und der Verband der Keramischen Industrie müssten deswegen insgesamt 900.000 Euro zahlen, heißt es weiter. 

Gesetze & Urteile
Tony Hegewald / pixelio.de
Mittelstand blecht Strafen wegen geringer Transparenz

Mittelständische Unternehmen haben nach Informationen von HANDELSBLATT ONLINE (Freitagausgabe) seit dem Jahr 2008 insgesamt 387 Millionen Euro an Ordnungsgeldern zahlen müssen, weil sie ihre Bilanzen nicht rechtzeitig oder gar nicht vorlegten. Wie das Bundesamt für Justiz auf Anfrage bestätigte, wurden allein 2012 rund 92 Millionen Euro an Ordnungsgeldern verhängt. Betroffen waren 57.000 Kapitalgesellschaften aus dem Mittelstand, heißt es weiter. 

Hintergrund
Rolf van Melis / pixelio.de
„Compliance-Richtlinien behindern Beziehungsaufbau - Hysterie, die dem Unternehmertum schadet“

Im vorauseilenden Gehorsam und aus Angst vor Kriminalisierung oder gesellschaftlichen Neiddebatten werde reguliert, was das Zeug hält – auch wenn der Preis hoch erscheint. Misstrauen leite die Compliance-Abteilungen – gegenüber den eigenen Mitarbeitern, gegenüber dem Wettbewerb und gegenüber dem Markt im Allgemeinen. Durch die vermeintlichen Abwehrmechanismen in Form von Regelungen drohe die Entmenschlichung der Unternehmen und das Ende des wertvollen Beziehungsmanagements. Das schreibt Dr. Magda BLECKMANN auf EU-Infothek.