Prüfungsordnung

Stand: 12. April 2018

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Das BCM-Präsidium hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 24.11.2015 die Einführung eines Zertifizierungsprogramms namens „Certificate of Proven Excellence in Compliance (BCM)“ bekannt gegeben, mit dem Ziel, einen anerkannten Ausbildungsstandard für Compliance Manager zu etablieren. Das Zertifizierungsprogramm wird von einem Fachbeirat begleitet und inhaltlich und fachlich unterstützt. Diese Prüfungsordnung wurde am 5. Juli 2016 vom Fachbeirat beschlossen und trat zum 15. Juli 2016 in Kraft. Am 9. April 2018 trat sie in geänderter Version in Kraft.                                               

§ 1 Geltungsbereich

Diese Prüfungsordnung regelt die Anforderungen und Verfahren der Prüfungen zur/zum „Certified Compliance Manager (BCM)“ in der Erwerbsstufe I und zur/zum „Certified Senior Compliance Manager (BCM)“ in der Erwerbsstufe II.

§ 2 Ziel der Prüfung

  1. Die Prüfung wird zum Nachweis der Fähigkeit zum qualifizierten Compliance Management entlang der Anforderungen des ISO-Standards 19600 für Compliance Management Systeme durchgeführt.
  2. In der Prüfung muss der/die Prüfungsteilnehmer/in nachweisen, dass sie/er die Ziele, Aufgaben und Instrumente des Compliance Managements theoretisch und in der praktischen Anwendung kennt und beherrscht sowie die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen hat, um bei Compliance Management-Projekten erfolgreich mitzuarbeiten und die Compliance-Arbeit in Unternehmen, Organisationen und Institutionen zu verantworten.

§ 3 Zulassungsvoraussetzungen und Zulassung

  1. Zur Prüfung soll nur zugelassen werden, wer mindestens eines der nachfolgendend genannten Kriterien erfüllt:
  1. Er/sie ist seit mindestens einem Jahr hauptberuflich im Berufsfeld Compliance Management tätig.
  2. Er/sie ist seit mindestens vier Jahren hauptberuflich in einer angrenzenden Fachdisziplin tätig. Hierzu zählen Praktiker insbesondere aus den Bereichen IT-, Legal-, Governance-, Interne Revision, Risk & Anti Fraud Management oder aber auch Pharmakologen, Finanz- und Betriebswirte sowie Juristen aus Kanzleien und Unternehmen.
  1. Zur Prüfung soll nur zugelassen werden, wer nachweislich an geeigneten akademischen oder außerakademischen Weiterbildungen teilgenommen hat, die sich an den definierten Themen und Modulen des Zertifizierungsprogramms richten (siehe Anlage 1). Ersatzweise für die Teilnahme an den definierten Weiterbildungsmodulen werden Leistungen anerkannt, die deutlich machen, dass der Betreffende sich vorab bereits intensiv und reflektiert mit bestimmten Themen des Compliance Managements auseinandergesetzt hat. Dies umfasst beispielsweise einschlägige akademische Qualifikationen (nachgewiesen durch Studienabschluss), eigene Lehrtätigkeiten oder Vorträge auf Fachveranstaltungen (Stundenzahl wird verdreifacht) sowie die Publikation und Veröffentlichung von Artikeln, Monographien oder Büchern.
  2. Bei Anbietern, die akkreditiert, staatlich zugelassen sind oder deren Weiterbildungsangebot qualitätszertifiziert ist, wird die Weiterbildungsleistung anerkannt und entsprechend des in Absatz 2 genannten Themen und Modulkatalogs bewertet.
  3. Der BCM behält sich vor, stichprobenartig Qualitätskontrollen durchzuführen oder Evaluierungen durch seine Mitglieder einzuholen.
  4. Der Antrag und die Unterlagen zur Zulassung sind bis spätestens sechs Wochen vor dem Prüfungstermin beim BCM einzureichen. Hierbei ordnet der Teilnehmer seine bereits erbrachten Leistungen selbst den jeweils anzuerkennenden Modulen zu. In Zweifelsfällen entscheidet der Fachbeirat über die Anerkennung der Leistungen.
  5. Begründete Ausnahmen zu den Absätzen 1 bis 5 können schriftlich beantragt werden. Über die Anträge entscheidet der Fachbeirat. Über Einsprüche entscheidet der Vorsitzende des Fachbeirats abschließend.

 

§ 4 Anmeldung zur Prüfung

  1. Die Teilnahme an der Prüfung setzt eine erteilte Zulassung zur Prüfung gemäß §3 voraus.
  2. Ort und Termin der Prüfung werden spätestens 4 Monate vor dem Termin vom Bundeskongress Compliance Management festgelegt und auf der Website des BCM (www.bvdcm.de) veröffentlicht.
  3. Die Anmeldefrist ist zwei Wochen vor der Prüfung.
  4. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt über den BCM gegen Rechnung.
  5. Die Teilnahme an der Prüfung der Erwerbsstufen I + II ist kostenpflichtig.
  6. Die Prüfungsgebühr ist spätestens 14 Tage nach Rechnungsdatum an den Rechnungsteller zu entrichten.
  7. Die Anmeldung für die Erwerbsstufe II ist erst nach Erwerb der Stufe I möglich.

§ 5 Prüfungsverfahren

  1. Die Teilnahme an der Prüfung setzt eine erfolgreiche Anmeldung gemäß § 4 voraus.
  2. Die Prüfung wird von einer Prüfungsaufsicht betreut.
  3. Der/die Prüfungsteilnehmer/in hat sich auf Verlangen der Prüfungsaufsicht mit einem amtlichen Lichtbildausweis auszuweisen.
  4. Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-Aufgaben.
  5. Die Prüfungsfragen werden aus einem durch den Fachbeirat in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat des BCM erstellten bzw. begleiteten Pool an Fragen ermittelt.
  6. Es sind grundsätzlich keine Hilfsmittel zur Prüfung erlaubt. Über zulässige Hilfsmittel entscheidet der Fachbeirat. Die Liste an zulässigen Hilfsmitteln wird 4 Wochen vor der Prüfung veröffentlicht.
  7. Die Dauer der Prüfung soll 120 Minuten nicht überschreiten.
  8. Die Bearbeitungsfrist der Prüfung beträgt maximal 6 Wochen.

§ 6 Bewertung/Punktevergabe

  1. Die in § 5 genannte Prüfung wird anhand einer Punkteskala bewertet:

75 – 100 Punkte = bestanden

0 – 74 Punkte = nicht bestanden

  1. Die hieraus berechnete Gesamtpunktezahl wird auf eine Stelle nach dem Komma abgeschnitten.

§ 7 Bestehen/Nichtbestehen der Prüfung

  1. Wird eine Prüfung mit weniger als 75 Punkten bewertet, so gilt sie als nicht bestanden.
  2. Ist eine Prüfung nicht bestanden, so kann diese nach Ablauf eines Jahres im Rahmen des nächsten Prüfungstermins wiederholt werden.

§ 8 Versäumnis, Täuschung

  1. Wenn die/der Kandidatin/Kandidat nicht zum Prüfungstermin erscheint, gilt die Prüfungsleistung als „nicht bestanden“.
  2. Versucht die/der Kandidatin/Kandidat das Ergebnis einer Prüfungsleistung durch Täuschung, zum Beispiel durch Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel, zu beeinflussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als „nicht bestanden“.
  3. Wird eine Täuschung erst nach der Prüfung bekannt, zum Beispiel durch Stichprobenprüfung der anerkannten Ersatzleistungen, gilt die Prüfung als „nicht bestanden" und es kann das Zertifikat aberkannt werden.

§ 9 Abschluss und Gültigkeit

  1. Wer die Prüfung erfolgreich abgelegt hat, darf nach der Erwerbsstufe I den Titel „Certified Compliance Manager (BCM)“ und nach Erwerbsstufe II den Titel „Certified Senior Compliance Manager (BCM)“ führen.
  2. Er/sie erhält nach Abschluss der Prüfung ein Zertifikat, auf dem der Titel sowie die Prüfungsergebnisse und die erreichte Punktezahl vermerkt sind.
  3. Die Zertifizierung ist ab Erwerbsdatum für zwei Jahre gültig. Der Erhalt der Zertifizierung erfordert einen Nachweis von 80 Stunden Weiterbildung innerhalb dieser zwei Jahre. Werden diese Erfordernisse nicht erfüllt, verfällt das Zertifikat und muss dann neu erworben werden.

§ 10 Dokumentation

  1. Die Geschäftsstelle des BCM übernimmt in Absprache mit dem Fachbeirat die Organisation der Prüfung; insbesondere die Zusendung relevanter Prüfungsunterlagen, Zulassungs- und Anmeldebestätigung, Mitteilung der Genehmigung und der Vereinnahmung der Prüfungsgebühren, Einladungen, Protokolle und Durchführung der Beschlüsse etc.
  2. Der BCM bewahrt die Prüfungsunterlagen und Protokolle zeitlich angemessen befristet auf. Eine Abschrift des Zertifikates wird mindestens ein Jahr aufbewahrt. Die Aufbewahrung kann auch in digitaler Form erfolgen.
  3. Auf Antrag, der spätestens 6 Monate nach Abschluss der letzten Prüfung zu stellen ist, ist dem Prüfling einmalig unter Aufsicht Einsicht in seine/ihre Prüfungsunterlagen in der Geschäftsstelle zu gewähren.

§ 11 Gerichtsstand

Gerichtsstand ist, soweit rechtlich zulässig, Berlin.

§ 12 Inkrafttreten

  1. Die Prüfungsordnung tritt am 9. April 2018 in Kraft.
  2. Änderungen der Geschäftsordnung bedürfen der Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder des Fachbeirats und bedürfen der Zustimmung des Präsidiums des BCM.